Mittwoch, 6. Juli 2011

BERLIN - LÜBECK mit dem Kajak 14.6.-25.6.2011

Meine bisher längste Tour (341 km) begann mit der Anfahrt (Nachtzug nach Berlin) vom Bahnhof Wien-Meidling. Diesmal hatten Walter und ich ein Liegewagenabteil für 4 Personen für uns allein gebucht und damit genügend Platz für unser voluminöses Gepäck. Nachdem wir uns eingerichtet und mit einem Glaserl Rotwein auf unsere Fahrt angestoßen hatten, ging´s bequem bis Berlin, Ankunft 9:09. Per S-Bahn erreichten wir unseren Ausgangsort Berlin-Wannsee, wo wir nach einem schweißtreibendem Fußmarsch unsere Boote aufbauen und beladen konnten. Die ersten 20 km vermittelten uns schöne Eindrücke von der stadtnahen Havel.
Havel in Potsdam

















Camping Riegelspitze am Glindowsee

Überdachter Schlafplatz Camping Riegelspitze

Unser erstes Nachtquartier schlugen wir beim Campingplatz Riegelspitze am GLINDOW-SEE auf. Dort trafen wir auf tolle Sanitär-Einrichtungen und ein gemütliches Lokal mit deftigen, lokalen Gerichten.  


























 Nach einem herzhaften Frühstück brachen wir bei angenehmem Wetter zum zweiten Tourentag auf. WERDER mit seiner Insel war uns einen Besuch wert: Verschlafenes, schönes altes Städtchen. In PARETZ, Restaurant zur Fähre versuchten wir ein typisches Preussen-Gericht.


 













Auf diese Weise gestärkt ging´s weiter bis BRANDENBURG, Kanu-Club. Etappenlänge: 42 km.  Wir wurden freundlich empfangen und durften im Turnsaal schlafen. 




17.6.
Nach einem Einkaufsbummel in Brandenburg verabschiedeten wir uns vom Kanu-Club mit der Warnung vor den Wellen am Breitling-See. Daher wählten wir bei rauem Gegenwind die Alternativ-Strecke über den SILO-KANAL. Sogar die Schifffahrts-Polizei hielt bei uns an, um uns auf die Gefahr hinzuweisen. Bei der Ausfahrt aus dem Silo-Kanal traf uns der Gegenwind mit voller Wucht. Nach einer Pause am Ufer trafen wir die Entscheidung uns bis zur Abzweigung der Havel am nordöstlichen Ufer der Seen durchzukämpfen. Dort waren wir besser vor dem Sturm geschützt und paddelten so relativ  unbehelligt. Am Campingplatz KÜTZKOW erwarteten uns schon unsere neuen Berliner Freunde, Gabi und Robert. Tagesetappe: 25 km.


18.6. 
Der Tag war ein permanenter Kampf gegen Wind und herftige Regenschauer. Übernachtung am Camping Seeblick am HOHENAUER SEE. Streckenlänge: 34 km.


Der 19.6. versprach zumindest am Morgen schöner zu werden. Walter bereitete das Frühstück vor. Es war ziemlich kalt als wir zu unserer letzten Havel-Etappe nach Havelberg aufbrachen.










Das windige, regnerische Wetter blieb uns auch an diesem Tag erhalten. Nach harten 32 km erreichten wir den Ruderclub HAVELBERG, wo wir in einem Bungalow übernachten durften. Selbst der Klubraum mit Küche wurde uns zur Verfügung gestellt. Ein Schwedenofen wärmte uns auf und trocknete unsere Kleidung. Ergebnis: Zufriedene Gesichter!




20.6. Die 36 km bis WITTENBERGE waren wieder von Regenschauern und heftigem Wind geprägt. Selbst beim Zeltaufbau am Hafengelände stresste uns ein Regenschauer. 
 
Gabi und Robert, die beiden Berliner, waren schon abgereist. Entschädigt wurden wir durch eine gute Mahlzeit in Wittenberge und den Sanitärräumen am Hafen. In der Nacht regnete es wieder, aber der Morgen ermöglichte uns einen einigermaßen trockenen Start.




21.6. 
Regenfrei aber gegenwindig verlief die 7. Etappe bis GORLEBEN, Länge: 42 km. In unserer Euphorie schon nahe am Tagesziel zu sein, hatten wir die versteckte Einfahrt in den Hafenkanal übersehen. Das hieß: gut 1 km stromaufwärts zu paddeln - eine Herausforderung am Ende eines langen Paddeltages. Dafür durften wir die Nacht ganz allein im Bootshaus  mit allem Komfort verbringen. Am Morgen gab´s sogar frische "Brötchen" und ein herzhaftes Vollkornbrot als Proviant. 
Der schöne, sonnige Morgen ermöglichte uns sogar ein Auslüften des Schlafsackes!
22.6.  Auf der Elbe bis DARCHAU, Camping Elbufer, 43 km. Heute hatten wir nur mehr leichten Gegenwind. Damit der Tag nicht zu gemütlich abschloss, brach schon beim Zeltaufbau ein beginnendes Unwetter über uns herein. Beim Einschlafen im windgeschüttelten Zelt musste ich mich auf die Standhaftigkeit meiner Unterkunft verlassen.
23.6. Überstanden! Am windigen, kalten Morgen fanden wir alle unsere Untensilien noch am Platz. Der Wind trocknete sogar unsere feuchten Zelte, Boote ... Früh brachen wir zur letzten Elbe-Etappe nach LAUENBURG auf. Nur wechselhaftes Wetter begünstigte die 35 km bis zum WSV-LAUENBURG, der eigentlich nur für Motorboote gedacht ist. Der Hafenmeister war aber großzügig und erlaubte uns eine Nächtigung im überdachten Gartenpavillon.


Walter befestigte an der Vorderseite noch meine militärische Zeltplane und schon war unser Schlafzimmer gegen Blicke und Regenschauer geschützt. Die sauberen Sanitäranlagen durften wir uns mit den Bootsleuten teilen.
24.6. Auf dem ELBE-LÜBECK-KANAL paddelten wir durch zwei Schleusen bis MÖLLN, Streckenlänge: 37 km inklusive Ein- und Ausfahrt zum Camping "Freizeitwelt Güster", wo wir gut im Restaurant aßen und danach sogar in der Sonne dösen konnten. Die Möllner Ruderer stellten uns und noch 8 Bonner Ruderern ihre Klubräumlichkeiten zur Verfügung, so dass wir wieder unter Dach schlafen konnten.


Die "Till Eulenspiegel-Stadt" ist übrigens sehenswert! 


 

 25.6. Letzte Etappe! 34 km Streckenlänge wären nicht so viel, aber die 1,2,3,4,fünf Schleusen! Um lange Wartezeiten an den Schleusen zu vermeiden bemühten wir uns mit den Motorbooten einigermaßen mitzuhalten. Das gelang uns nur bei zwei Schleusen - bewundert von den Kapitänen und deren weiblicher Mannschaft. Bei den weiteren vertrauten wir auf unser Glück - mit Erfolg! Dennoch waren wir froh, als die Kirchturmspitzen von Lübeck auftauchten.
Rechts in den Trave-Kanal und sofort links - ja, da lag schon unser Endquartier:
 Wegen der erst einjährigen Anwesenheit auf dem Wiesengelände, waren die Unterbringungsmöglichkeiten sehr einfach. Dafür glänzten die Lübecker Kanuten durch ihre außergewöhnliche Gastfreundschaft. Wie selbstverständlich durften wir an ihrer Grillparty teilnehmen und im Umkleide-Container unser Lager aufschlagen. 

Der Obmann "Johnny" brachte Walter am nächsten Tag sogar mit seinem eigenen Auto zum nächsten Ausgangspunkt. Für mich endete die Tour in Lübeck. Am Sonntag hatte ich, nachdem alles reisefertig verstaut war noch Zeit, mir einen Überblick über diese wunderschöne Stadt zu verschaffen. 


Die Rückreise per Bahn über LÜNEBURG, wo ich in den ICE nach Linz umstieg, verlief problemlos und bequem. Ost- und Norddeutschland sieht mich sicher bald wieder!